Drama gehört in den Literaturunterricht, nicht in Corona-Maßnahmen.

Die aktuelle Corona-Lage verschärft sich. Hohe Zahlen an Neuinfektionen mahnen zur Vorsicht. Deutschland muss aufpassen, um einen Kollaps des Gesundheitswesens zu verhindern.

Der Lockdown 2.0 der Groko setzt an vielen Stellen unverhältnismäßige Maßnahmen um. So werden beispielsweise die Gastronomie- und Kulturbranche massiv geschwächt. Zwei Branchen, welche in den letzten Wochen und Monaten mit großem Aufwand sichere Hygienekonzepte ausgearbeitet hatten und nicht als Superspreader aufgefallen sind. Währenddessen fehlt es in Schulen an Konzepten.

An Schulen kommen täglich mehrere hundert Schüler aus verschiedenen Haushalten zusammen. Die Schüler sitzen oft mehrere Stunden in einem geschlossenen Raum beisammen. Umso mehr verwundert die Tatsache, dass es besonders in diesem Bereich an Konzepten fehlt. Deutsche Schulen brauchen verhältnismäßige Maßnahmen, welche das Infektionsrisiko in Schulen gering halten, da die Schulen nicht erneut geschlossen werden dürfen.

1. Überarbeitung der willkürlichen Maskenpflicht

Mittlerweile gilt flächendeckend in deutschen Schulen die Maskenpflicht. In der jetzigen Form ist sie jedoch nicht nur fraglich, sondern auch irrsinnig. Während der komplette Unterrichtszeit muss eine Maske getragen werden. Wenn in den Pausen gegessen wird, jedoch nicht. Es ist absurd, dass in den Klassenzimmern, in denen die Schüler auf ihren Plätzen sitzen und Abstände gewahrt werden können, Maskenpflicht gilt. Gleichzeitig gilt sie nicht in den Pausen, in denen die Schüler eng beisammenstehen.

Schulen haben die Aufgabe, Konzentration zu fördern. Mit der Maskenpflicht machen sie jedoch genau das Gegenteil. Nach fünf Stunden tragen einer Maske, kann die Konzentration aufgrund des entstandenen CO2 Gehalts in der Maske nicht mehr zufriedenstellend sein. Auch haben Schüler, welche sowieso sehr leise oder undeutlich reden, Schwierigkeiten. Sie werden mit den Masken oft nicht verstanden. Durch die Maskenpflicht werden sie indirekt von Diskussionen und Redebeiträgen ausgeschlossen, welche einen wichtigen Teil des Lernens darstellen.

Anstelle der aktuellen Maskenpflicht müsste es ein Maskengebot während des Unterrichts an deutschen Schulen geben. Wenn sich jemand besonders schützen möchte, soll er eine Maske während des Unterrichts tragen. Auf den Fluren und in den Aufenthaltsräumen gilt stattdessen eine verschärfte Maskenpflicht. In den Pausen können Abstände nicht eingehalten werden und Klassen werden vermischt. Hier darf in Zukunft auch keine Ausnahme mehr gemacht werden, wenn jemand beispielsweise etwas essen oder trinken möchte. Hierfür muss man nach draußen gehen. An der frischen Luft verringert sich das Infektionsrisiko stark, weshalb hier eine Maskenpflicht bei Einhaltung von Abständen unnötig ist. Alternativ kann auch am eigenen Platz im Klassenzimmer gegessen und getrunken werden.

2. Wieder verstärkt Abstände halten

Abstand halten. Ein wichtiger Aspekt, um deutsche Schulen in Zukunft vor weiteren Schließungen zu schützen. Während es vor den Sommerferien in den meisten Schulen Pflicht war, Abstand zu halten, wurde diese Regelung in den meisten Schulen nach den Ferien aufgehoben. Jedoch kann uns diese Maßnahme vor weiteren Einschränkungen schützen und eine Lockerung der Maskenpflicht rechtfertigen.

In den Klassen können die Tische wieder mit Abständen zueinander hingestellt werden. In Schulen, in welchen die Klassenzimmergröße die Möglichkeit nicht hergibt, wären Klassenteilungen eine Möglichkeit. So würde wöchentlich abwechselnd ein Teil der Klasse Präsenzunterricht haben und der andere Teil wäre online dazugeschaltet. Hybridunterricht sollte jedoch nur in absoluten Notfällen stattfinden.

Das Abstand halten zwischen den Schülern ist ein einfacher Weg, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Es ermöglicht, dass Schulen auch in Zukunft geöffnet bleiben und somit die Bildung junger Menschen weiterhin ermöglicht wird.

3. Digitale Infrastruktur

Die Pandemie hat den Nachholbedarf der Digitalisierung an deutschen Schulen mit einer unfassbaren Brutalität offengelegt. Laptops und Tablets sind – wenn überhaupt – nur in geringer Anzahl verfügbar und viele Schulen haben nicht einmal W-Lan im Schulgebäude. Lehrer scheitern zu oft beim Einschalten eines einfachen CD-Players und bei der Erwähnung von Videotelefonieplattformen wie Zoom erhält man nur fragende Blicke zurück.

In diesen Bereichen muss schnellstmöglich nachgebessert werden. Schnelle Schulungen müssen her. Lehrer müssen verstehen, wie sie Konferenzplattformen nutzen können, falls es zu einer Schulschließung kommt. Auch muss überprüft werden, dass jeder Lehrer die nötige digitale Ausstattung hat, sodass es nicht an fehlenden Geräten scheitert. Hier müssen auch die Länder eingreifen und die notwendige Ausstattung zur Verfügung stellen.

Auch bei Schülern muss sichergestellt werden, dass alle die Möglichkeit für Fernunterricht haben. Hierfür könnten Schulen Tablets anschaffen, welche im Falle einer Schulschließung an die Schüler verliehen werden. Für Schüler, welche bei sich zu Hause keine zufriedenstellenden Internetanschluss haben, können Räume in den Schulen offenbleiben. In denen können vereinzelte Schüler am Online-Unterricht teilnehmen.

Mit diesen Vorkehrungen wären Schulen auf eine spontane Schließung ideal vorbereitet. Schulschließung können nicht nur bei einem weiteren Anstieg der Infektionszahlen Realität werden. Schon jetzt haben viele Schulen geschlossen, da es in den Schulen zu viele Corona-Fälle gibt.

Fazit:

Schlussendlich lässt sich sagen, dass das aktuelle Corona-Konzept der Landesregierungen in den Schulen nicht durchdacht ist. Große Hoffnung wird auf die Maskenpflicht gesetzt, welche sich jedoch in der aktuellen Form als schlecht herausstellt. Masken sollten gezielt dort getragen werden, wo viele Schüler sich sammeln und Abstände schwer eingehalten werden können. Während des Unterrichts ist sie jedoch unter Einhaltung eines ausreichenden Abstandes zwischen den Schulen nicht notwendig und schränkt die Lernleistung und Konzentration der Schüler ein.

Die Einhaltung von Abständen zwischen den Schülern muss wieder eine größere Rolle spielen. Sie ermöglicht eine Lockerung der Maskenpflicht und verringert das Infektionsrisiko. Wenn Klassenzimmer zu klein sind, müssen Klassenteilungen in Erwägung gezogen werden.

Gleichzeitig muss die Digitalisierung an den Schulen erheblich voranschreiten. Digitale Endgeräte wie Tablets müssen organisiert werden, sodass jeder Lehrer und Schüler am möglichen Fernunterricht teilnehmen kann. Zudem müssen Lehrer besser geschult werden, damit bei einem möglichen Fernunterricht kein erneutes Durcheinander auftritt.

Schulen sind wichtig. Sie bilden die junge Generation aus, welche später über den Erfolg des eigenen Landes entscheidet. Deutschland kann es sich nicht noch einmal erlauben, über längere Zeit die Schulen zu schließen. Damit dies nicht geschieht, müssen verhältnismäßige Maßnahmen getroffen werden. Diese dürfen jedoch nicht alarmistisch, sondern mit kühlem Kopf entschieden werden. Denn wie gesagt: Drama gehört in den Literaturunterricht, nicht in Corona-Maßnahmen.

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