Spätestens seit der Verwendung des Begriffes durch den kanadischen klinischen Psychologen Prof. Dr. Jordan B. Peterson herrscht eine polarisierte Diskussion um den modernen Begriff. Die Kritiker des Begriffes erheben den Vorwurf, es handle sich um eine rechte Verschwörungstheorie. Schauen wir uns den Begriff daher genauer an.
Die Parallele zum Marxismus
Um zu verstehen, was der Begriff “Kulturmarxismus” bedeutet, ist es zunächst notwendig, das grobe Narrativ des Marxismus zu verstehen. Sowohl der Marxismus als auch der Kulturmarxismus stützen sich auf ein Narrativ. Der Kulturmarxismus proklamiert eine Dichotomie von Bourgeoisie und Proletariat. Während die Bourgeoisie im Besitz der Produktionsmittel und des Kapitals ist, muss das Proletariat
seine Arbeit anbieten, um überleben zu können. In dieser Dichotomie sind die Kapitalisten der Bourgeoisie die Unterdrücker und die Arbeiter des Proletariats die Unterdrückten.
Dies ist die grundlegende Annahme, die der Marxismus trifft und aus der sich das Ziel der Umwälzung dieser skizzierten Verhältnisse ergibt.
Diese materialistische Dichotomie ist in ähnlichen Varianten beim Kulturmarxismus zu finden. Der wesentliche Unterschied ist die Ebene, auf der die Dichotomie getroffen wird.
Während der Marxismus sich auf die materialistischen Verhältnisse stützt, fokussiert der Kulturmarxismus mannigfaltige Themen, bei denen ebenso eine Dichotomie aus Unterdrückern und Unterdrückten skizziert wird. Die Dichotomie besteht dabei meist auf der Ebene von Identitätsmerkmalen. Während es im Narrativ des Marxismus die Kapitalisten sind, die die Arbeiter unterdrücken, so sind es im Kulturmarxismus die Weißen, die die
Schwarzen unterdrücken, die Männer, die die Frauen unterdrücken, die Alten, die die Jungen unterdrücken, die Autochtonen, die die Migranten unterdrücken und dieHeterosexuellen, die Menschen aller anderen Sexualitäten unterdrücken. In diesem Schema
lässt sich das Narrativ beliebig weiter fortsetzen. Immer wird eine Gruppe, die als die mächtigere Gruppe (kategorisiert durch Identitätsmerkmale) betrachtet wird, pauschal als böser Unterdrücker und die ausgemachte Gegenseite als armer Unterdrückter geframt.
Das Abstreiten der Kulturmarxisten
Nun lassen sich viele Spielformen dieser Dichotomie bei modernen Strömungen beobachten. Bei Fridays for Future wird den Alten gleich die Zerstörung des gesamten Planeten vorgeworfen und damit die Zerstörung der Lebensgrundlage künftiger Generationen. Bei Black Lives Matter wird den Weißen vorgehalten Schwarze systematisch zu diskriminieren.
Immer häufiger werden die Spielformen der Unterdrücker-Narrative auch vereint.Die berühmte Autorin Sophie Passmann hat ein Buch mit dem Titel “Alte weiße Männer: Ein Schlichtungsversuch” verfasst, in der gleich 3 verhasste Merkmale eingespeist sind. Das
Narrativ ist immer wieder zu beobachten. Dennoch lehnen gerade jene, die das Narrativ stützen, den Begriff vehement ab.
Dafür gibt es eine simple Erklärung: Der Begriff gewann gerade durch die Verwendung durch Jordan B. Peterson, der ein vehementer Gegner der linken Identitätspolitik ist, an Bekanntheit. Entsprechend erhielt der Begriff eine starke negative Konnotation und diese negative Konnotation sehen Kulturmarxisten in ihrem Kampf um “Gerechtigkeit und Gleichheit” eben nicht. Sie halten ihr Streben für eine noble Tat zum Wohle der
Unterdrückten, so wie auch die Kommunisten die Enteignung der Kapitalisten als eine gute
Tat sehen. Deswegen lehnen sie den Begriff ab, der nur das Narrativ beschreibt, dem
Kulturmarxisten folgen. Kulturmarxisten nennen ihr Streiten jedoch lieber “Kampf für Gleichheit”. Gemeint ist der Kampf gegen die “kapitalistischen Unterdrücker” im Marxismus und der Kampf gegen die “kulturellen Unterdrücker” im Kulturmarxismus.
Die Gefahr, die sich aus dem Narrativ des Kulturmarxismus ergibt
Sieht man die Welt durch das Narrativ des Kulturmarxismus, so entstehen schnell pauschaleFeindbilder. So wird der alte weiße Mann zum patriarchalen Unterdrücker. Er profitiert angeblich vom patriarchalen und rassistischen System, dass die Kulturmarxisten ausgemacht haben. Das Ziel der Kulturmarxisten ist es daher, dieses System zu überwinden um für “Gerechtigkeit” zu Sorgen. Wie solche Bestrebungen enden, stellt man bei einem Blick in die Geschichtsbücher fest. Der Kulturmarxismus hat das Potenzial genau wie der Kommunismus bei einer Radikalisierung Millionen von Menschen, die nicht ins Weltbild passen, zu vernichten. Der Kulturmarxismus ist in seinem Wesen eine rassistische
Ideologie, die Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Sexualität und anderer Identitätsmerkmale in normative Kategorien einordnet. Die Forderungen nach ethnischer Separation sind schon wieder zu vernehmen. Google hat bereits angekündigt ein Tool herauszubringen, welches es Geschäften ermöglicht, sich bei Google als “black owned
buisness” zu markieren. Damit soll gewährleistet werden, dass Kunden die schwarze. Community besonders unterstützen können und Schwarze einen safe-space finden. Kunden sollen also von der Hautfarbe der Geschäftsführer abhängig machen, welche Geschäfte sie betreten. Wer selbst hier noch keine Parallelen zu längst vergangenen Zeiten sieht, muss
blind sein.

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