„So ein herrlicher Tag und ich soll gehen. Aber was liegt an unserem Leben, wenn wir es damit schaffen, Tausende von Menschen aufzurütteln und wachzurütteln.“
Diese Worte Sophie Scholls waren die letzten Worte vor ihrer Hinrichtung und damit einer der letzten Worte, die jemals ihre Lippen verlassen sollten.
Sie zeigen die aufopferungsvolle und bedingungslose Hingabe zur Freiheit vom Nazi-Terror, die sie und ihre Brüder davon überzeugte, sich gemeinsam mit allen anderen Mitgliedern der „Weißen Rose“ Tag für Tag in höchster Lebensgefahr in den Widerstand zu begeben, um sich der Diktatur und all den unzähligen Verbrechen zu widersetzen. Es zeigt die unendliche Frustration der beiden Geschwister, mitansehen zu müssen, wie die Barbarei der Nationalsozialisten jahrelang in Deutschland und vor allem in den besetzen Gebieten voranschritt. Es war die Liebe zum eigenen Vaterland, welche sie vorangetrieben hat. Dazu verleitet hat, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um auf die Millionen Toten und Verbrechen aufmerksam zu machen, aber auch um den Deutschen ins Gewissen zu reden, die 12 Jahre lang bewusst mitgemacht oder weggesehen haben.

Schon im Juli 1942 leitete die Gestapo eine Investigation ein, um herauszufinden wer alles hinter der „Weißen Rose“ steckt. Es sollten ganze 7 Monate vergehen, bis die Gruppe durch einen Leichtsinnsfehler in einer Universität bei Nacht von einem Saaldiener erwischt und verraten wurde, nachdem Sophie Scholl einen Teil der Flugblätter über die Brüstung warf. Nach der Verhaftung durch die Gestapo wurden sie sofort dem gleichgeschalteten Richter Roland Freisler übergeben und in einem Scheinprozess zum Tode verurteilt. Bevor das Fallbeil beiden das Leben nehmen sollte, richtete Sophie Scholl ein letztes Mal einen Gruß an ihren geliebten Bruder aus. Die letzten Worte Hans Scholls waren: „Es lebe die Freiheit.“ Diese konnten sie leider niemals erleben.
Deshalb gedenken wir den Geschwistern Scholl auch noch 78 Jahre später. Sie haben gezeigt, dass man auch als normaler Zivilist Widerstand leisten konnte, um all das von dem Horror zu befreien, was man wirklich liebt.

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