Gefahr Islamismus: Warum religiöser Extremismus so brandgefährlich ist

Obwohl der islamische Staat, der wahrscheinlich prominenteste Versuch, einen fundamentalistischen, radikal islamischen Staat zu etablieren, zerschlagen wurde und auch andere islamistisch motivierte Terrorvorhaben scheiterten, finden Islamisten immer noch großen Nährboden in allen möglichen Ländern, um ihre demokratiefeindliche Ideologie zu verbreiten und ihre Anhängerschaft zu vergrößern. Im folgenden Artikel soll erläutert werden, wie es dazu kommen kann und was wir Demokraten dagegen tun müssen. Ein Artikel von Lukas Reitböck.

Der islamische Staat ist eine dschihadistische Terrormiliz, die es sich zum Ziel gesetzt hat, ein Kalifat im nahen Osten aufzubauen. Zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung war der IS in Syrien, Libyen, Libanon, Ägypten, Nigeria, Afghanistan und Russland, sowie im Irak, im Jemen und auf den Philippinen vertreten und aktiv. Im März 2019 wurde die Organisation weitesgehend zerschlagen. 

Der Begriff Islamismus wird seit den 1970er Jahren verwendet, um alle radikalen Ausprägungen auf Basis islamischer Prinzipien, besonders des politischen, fundamentalistischen Islam, zusammenzufassen. Die Ideologie stützt sich auf das Streben nach einem allein religiös legitimierten Staat und richtet sich gegen Demokratie, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Trennung von Staat und Religion, gegen Menschenrechte und auch gegen Gleichberechtigung jeglicher Art. Auch Antisemitismus ist zu den Prinzipien des Islamismus zu zählen, weshalb seine Vertreter in den 1930er und 1940er Jahren eng mit dem NS-Regime zusammenarbeiteten. In den 1990er Jahren radikalisierten sich zahlreiche Gruppierungen der Bewegung, und es kam zur Entstehung von Terrororganisationen wie Al-Qaida, zeitgleich mit dem sich verschärfenden Nahostkonflikt. Im 21. Jahrhundert findet der Islam Einzug in westliche Politik, beispielsweise in gesellschaftspolitischen Fragen wie dem Kopftuchstreit oder Karikaturen des Propheten Mohammed. 

Jedoch ist es sehr wichtig, zwischen Islamismus, einer Form von Extremismus, und dem Islam, einer Religion, zu differenzieren. Denn genau hierbei machen wir Nicht-Muslime gravierende Fehler. Durch die Gleichstellung von Muslimen mit Islamisten wird eine soziale Spaltung durchgeführt, die verheerende Folgen haben kann. Gläubige Muslime werden unbewusst ins Abseits gerückt und fühlen sich diskriminiert. Jedes Mal, wenn in den Medien über islamistischen Terror berichtet wird, glauben unzählige Menschen, es sei von „islamischem Terror“ die Rede. Fehlende Aufklärung über diese Thematik verstärkt also das Bild der Muslime in der Opferrolle. Genau zu diesem Zeitpunkt kann eine Radikalisierung vonstattengehen.

Aufgrund der zu geringen Differenzierung in Medienberichten zwischen Muslimen und Islamisten, denken Muslime eventuell nun, ihnen würde die Schuld für islamistische Anschläge oder Ähnlichem gegeben und so kommt es häufig zu einer Relativierung von Islamismus oder einer Solidarisierung mit diesem. Sätze wie „Was habt ihr gedacht, was passiert, wenn ihr Muslime auf der ganzen Welt so provoziert“ fallen häufig und zeigen bereits die klare Positionierung eines eigentlich unschuldigen Moslem, der unwissend gerade dabei ist, sich zu radikalisieren. 

Diese sozialpolitische Abspaltung von Muslimen kann von Islamisten optimal genutzt werden. Menschen, meist Jugendliche, welche sich ausgegrenzt fühlen, sind leicht anzusprechen und offen für die Lehren des Islam. Doch damit fängt es leider nur an, denn sobald ein junger Mensch unter die Fittiche von Fundamentalisten kommt, wird er gnadenlos manipuliert, ohne es selbst zu merken. Das Opfer hat ohnehin schon ein schlechtes Bild von der westlichen Kultur bekommen und eine Reise in den islamischen Staat, in dem „der Westen dafür bezahlt, was er Muslimen antut“, gemeinsam mit Freunden, Verwandten, Gleichgesinnten, hört sich nach monatelangem Brainwashing, für manche nicht schlecht an.

Der politische Islam ist sogar in der Staatsordnung mancher Länder aufzufinden. Es existieren mehrere offiziell islamische Staaten. Das Gesetz des Islams, genannt Sharia, fand Einzug in die Legislative von Staaten wie dem Iran oder Saudi-Arabien. Islamistische Parteien sind in Marokko, Jordanien, Ägypten, Algerien, Libyen, Tunesien oder dem Jemen Teil der politischen Landschaft und sind auch teilweise im Parlament vertreten.

Rund 28.000 Personen sind in Deutschland Teil der islamistischen Szene (Quelle: BfV, Stand: 07/2020). 45 Prozent der Muslime in Deutschland und 73 Prozent der Muslime in Österreich stellen die Regeln des Korans über die Gesetze ihres Landes. 61 Prozent in Deutschland und 71 Prozent in Österreich „dulden keine Homosexuellen ihrem Freundeskreis“. 28 Prozent (D) bzw. 64 Prozent (Ö) behaupten, „man könne Juden nicht trauen“ (Quelle: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, 2013).

Ein weiteres besorgniserregendes Land ist die Türkei. Der Untergang mit Frauen kann unter keinen Umständen toleriert werden. Die Türkei belegt Platz 130 von 153 in der Kategorie der Gleichberechtigung. Fast 500 Frauen wurden 2020 von Männern umgebracht. Seitdem die islamisch-konservative AKP 2002 an die Macht kam, hat sich die Zahl der ermordeten Frauen pro Jahr in der Türkei verfünffacht.

Patriarchale Strukturen in Kombination mit der Sharia sind fest in der muslimischen Gesellschaft verankert und werden kaum mehr hinterfragt. Im Koran sind unzählige frauenfeindliche Verse zu finden. Gewalt gegen die Ehefrau (Koran 4:34) sowie Polygamie, Sklaverei (Koran 4:3 und 23:1-6) sind in der heiligen Schrift legitimiert. Auch von der Gewaltanwendung gegen Nichtmuslime ist öfters die Rede (Sure 9, At-Tauba). 

Daher ist es umso wichtiger, den Diskurs zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen zu suchen, um eine Radikalisierung zu verhindern.

Weder rassistische Parolen wie „Muslime sind einfach alle Terroristen“, noch Relativierungen wie „Das hat alles nichts mit dem Islam zu tun“ oder „gegen Rassisten wie euch bleibt uns nichts anderes übrig“ bringen uns als Gesellschaft nicht weiter und sind zu verurteilen. Auf der Welt gibt es ca. 2 Milliarden Muslime. Wenn „alle Muslime Terroristen wären“, dann gäbe es schon lange keine Zivilisation mehr. 

Als Nichtmuslim gilt es, auf muslimische Freunde oder Bekannte zuzugehen, ihnen mit Respekt und Wertschätzung gegenüberzutreten, sie über einen Radikalisierungsprozess aufzuklären und sie nicht in das gesellschaftliche Abseits zu drängen, sondern ihnen einen Platz zu bieten.

Als Muslim gilt es, sich zu informieren, was den Islamismus vom Islam unterscheidet und sich von islamistischen, salafistischen und fundamentalistischen Gruppen, Moscheen oder Menschen zu distanzieren. Es gilt, einer Radikalisierung vorzubeugen und es gilt, den Koran auch als fehlbares bzw. streitbares Werk zu betrachten, so wie die Bibel von Christen auch betrachtet wird. 

Wir müssen alle an uns als Gesellschaft arbeiten, um den Nährboden für politischen Islam zu verkleinern und Parallelstrukturen in Moscheen oder Internetforen entgegenzuwirken. Muslime und Nichtmuslime müssen gemeinsam gegen den Islamismus auftreten, um diesen aus der Welt zu schaffen. Ich appelliere also an die gesamte Leserschaft, gleich heute damit zu beginnen.

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/user:Wouter_Engler

One thought on “Gefahr Islamismus: Warum religiöser Extremismus so brandgefährlich ist”

  1. Zum Thema Radikalisierung sowie Ausgrenzung von nicht Muslimen.

    Diese Debatte ist insbesondere seit Charlie Hebdo wieder aufgekocht, wie „normale“ Muslime dazu stehen, Terrorattacken gegen ungläubige zu begehen. Erstens ist hier das Problem das wir Weltweit unter den Muslime enorme zusprüche zu den Terroranschlägen haben, alleine auf Pew Research gibt es etliche Statistiken dazu. (dazu muss gesagt werden, der IS, Al-Qaida und Boko haram und die Hamas z. B hassen sich, zu sagen man findet eine dieser Organisationen nicht gut heißt noch nicht man lehnt Terror ab) ein Grund dafür ist wie du bereits sagst zu meinem in den Religösen Schriften gegeben (welche ja unfehlbar sind) und wird von Imamen welche gerne von unsere Politik geduldet werden, geprädigt werden.
    Sommit zum nächsten, die Gewaltbereiten Muslime und Terroristen sind unser kleinstes Problem. Ein Großteil der Weltweiten Muslime sind religiöse Fundamentalisten (wieder pew research) und auch ein großteil derer die die seid 2015 hier her gekommen sind. Zu erwarten dass, sich deren Einstellung im Laufe der Zeit ändert bzw diese sich integrieren. Man hat es bei den Türken und Libanesen gesehen, eher das Gegenteil ist der Fall. Dazu kommt das wohl größte Problem der Nachfolger Generation. Die Geburtenraten unter den muslimischen Migranten sind doppelt bis dreifach so hoch wie die bei der einheimischen Bevölkerung, bis 2050 sind so bis zu 23% der Gesamtbevölkerung muslimisch (Pew Research) . Deren islamische Wertvorstellungen werden diese an die Nachfolgenden weitergeben (es gibt keine Tendenz oder Indiez dafür, dass dies nicht so sein wird, wir haben es wieder schön bei den Türken und Libanesen gesehen) somit werden diese eine politische Macht welche unsere Gesellschaft auf ewig verändern werden und dies nicht zum guten. Zu denken man könnte die Migranten welche seit 2015 irgendwie in diese Gesellschaft integrieren ist völlig Weltfremd, da deren Werte und Moralvorstellungen unseren diametral gegenüber stehen. Mit anderen Worten: Wie möchte man 2 Millionen Menschen welche ständig mehr werden, umerziehen? Wir werden um Massenabschiebung und Obergrenzen von Null nicht vorbeikommen. Eine Vorrausetzungen für eine Integration besonders so eine heftige ist, dass wir wenige hier haben, denn eine einfache Parallelexistenz ist mit einer auf Allmachtsanspruch ausgelegte Ideologie nun mal nicht möglich, eine starke Integration oder im Idealfall Assimilation ist nahezu unausweichlich.

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