Es ist nicht mal eine Woche her, da wurde ein französischer Lehrer nahe Paris wegen einer Karikatur von Mohammed auf offener Straße grausam enthauptet. Nur wenige Tage später folgt die nächste fürchterliche Nachricht: Eine Frau wurde in einer Kirche enthauptet und zwei Männer erstochen, weitere Opfer kamen „lediglich“ mit Messerstichen davon. Es drängt sich der Gedanke auf, dass Europa, aber Frankreich im Besonderen ohnmächtig geworden ist und den Glauben verloren hätte, den Glauben an die eigenen Werte und die eigene Stärke. Die Migrationspolitik der Regierung in Paris ist grandios gescheitert und führte zu Parallelgesellschaften in einem Ausmaß, welches man bisher so nicht kannte. Kriminalität, Waffen- und Drogenhandel expandieren, während die Polizei tatenlos zusieht, wenn sich tschetschenische und arabische Großfamilien Vororten gegenseitig stundenlang beschießen. Inzwischen erreichen uns im Tagesrhythmus Nachrichten, die sich vor Grausamkeit übertreffen, die uns erschaudern lassen müssen, und das nur einen Steinwurf von Deutschland weg, mitten im Herzen Europas. Es sind Nachrichten wie diese, die vor allem zwei Effekte in der Gesellschaft: Rechtsextremen und anderen Rassisten spielt so etwas direkt in die Karten, während gleichzeitig viele moderate oder säkulare Muslime und Migranten in Europa unter Nachrichten wie dieser leiden und sich unerwünscht fühlen – man kann es ihnen nicht verdenken. Wie auch? Die Gesellschaftsspaltung, die inzwischen deutlicher denn je geworden ist, ist exakt das Ziel, welches diese Terroristen verfolgen. Umso wichtiger ist es gerade jetzt, eine sachliche, ehrliche und vor allem schonungslose Debatte über die derzeit wohl größte Gefahr für die westliche Gesellschaft zu führen. Europa – und hier ist insbesondere Frankreich gemeint – braucht dringend eine Migrationspolitik, die nicht mehr aus regressiven, realitätsfernen und antiquierten Ansichten und Vorschlägen besteht, stattdessen werden Reformen benötigt. Wenn Regierungen Migranten in Not aufnehmen und denken, damit wäre die Mammutaufgabe der Integration bewältigt, liegen sie damit völlig falsch. Der Marathon, dessen Ziel eine vollständige Integration ist, hat erst begonnen. Erreicht wird dieses Ziel durch Sprachkurse, menschenwürdige Unterkünfte und der Anpassung an westliche Werte. Kaum etwas davon wurde in Frankreich umgesetzt – die Folgen dieser Versäumnisse werden uns nun vor Augen geführt. Wer glaubt, dieses Problem sei auf Nizza, Marseille oder Paris beschränkt, der irrt, denn ganz Europa ist hiervon betroffen. Regierungen zerbrechen an der Aufgabe, eine vernünftige Migrationspolitik auf die Beine zu stellen. Eine solche würde dem Staat, den Bürgern, aber vor allem den Geflüchteten nützen. Es ist eine Vielzahl an Aspekten, die uns an den Punkt gebracht haben, an dem wir uns heute befinden. Fakt ist jedoch: Wenn Europa und insbesondere Frankreich nicht handeln, ist die Kapitulation der westlichen Kultur nicht weit, und die Kapitulation wird uns von der Demütigung und Erniedrigung an die dunklen Tage wie Versailles 1871 oder Compiègne 1940 erinnern.

3 thoughts on “Islamistischer Terror – Europas Kapitulation”

  1. Unruhen in Thailand und Hongkong, in Venezuela und Chile, in Nigeria und der Elfenbeinküste, in Weißrussland und Aserbaidschan, in Minnesota und Pennsylvania… vielleicht ist es sogar noch größer und hat nur vordergründig etwas mit Religion zu tun?

    Im übrigen waren die beiden Ereignisse in Paris und Nizza zwar zeitlich nah, standen aber ansonsten in keinem kausalen Zusammenhang. Von den Geschehnissen von 2005 sind wir noch weit entfernt, die Wirkung der damals eingeleiteten Integrationsbemühung abzusprechen verfrüht und meiner Meinung nach auch falsch.

  2. Sehr geehrter Herr Gothoni,

    zunächst bitte ich um Entschuldigung, dass ich mit den diakritischen Zeichen auf meiner Tastatur nicht zurechtkomme und daher Ihren Namen falsch geschrieben habe.
    Ihr Text ist interessant, und ich habe verstanden, dass Sie alle noch sehr jung sind. Wollen Sie vielleicht noch einmal die Fakten überprüfen, die am Anfang auftauchen? Zwei Wochen statt einer, zwei Frauen, ein Mann. Auch mal über die Grammatik gucken, und der Steinwurf ist ein etwas verunglücktes Bild. Ich schreibe das nicht, um Sie niederzumachen, sondern weil ich glaube, dass Sie mehr Anerkennung für Ihr Projekt erfahren, wenn Sie in diesen Dingen genauer werden.

    Inhaltlich finde ich die Migrationspolitik arg holzschnittartig behandelt, aber das kann ja noch folgen. Das Erlernen der Sprache halte ich zum Beispiel für eine „Bringschuld“ der Flüchtlinge. Nun, da gibt es viel zu diskutieren.

    Mit den besten Wünschen sowie freundlichen Grüßen,

    Hannah

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