Der regressive Kampf der Fridays for Future Bewegung

Frühling 2018, in Deutschland bahnt sich eine Hitzewelle an, die sämtliche Rekorde brechen wird. Währendessen fühlt sich eine damals 15-Jährige Schwedin dazu verpflichtet etwas gegen die Politik zu tun die diese Ausmaße erst zu verantworten hat.

Greta Thunberg löste mit ihren „Skolstrejk for klimatet“ eine globale Welle des Interesses an dem Thema Klimaschutz aus. Klimawandel ist der Politik und der Wissenschaft zwar schon seit Jahrzehnten bekannt, das Thema erreichte jedoch nie die breite Masse so effektiv wie es eben Thunberg und die aus ihrem Protest entstandene Aktion Fridays for Future schaffte.

Heute gehören sie zu unserem Gesellschaftsbild, Jugendlichen welche Freitags die Schule nicht besuchten um aus Protest gegen die Politik der Weltgemeinschaft zu demonstrieren. Die größten Fehler sahen die jungen Demonstranten vor allem im Umgang mit Schwerindustrie, Rohstoffbeschaffung und natürlich den „Privilegien der Gesellschaft“. Konkrete Lösungsansätze gab es selten die Forderungen blieben meistens bei: Ändert was! Ohne konkrete Lösungsvorschläge.

Auch wenn FFF ein wichtiges Thema behandelt sind ihre Lösungsansätze weit von der Realität entfernt in der sie sich befinden. Forderungen wie „Kohleausstieg jetzt!“ welche durchaus berechtigt sind mangelt es an Lösungen. Wo die verlorene Energieproduktion, die immerhin 35,8% der deutschen Stromerzeugung ausmacht (Stand: 2019) überhaupt herkommen soll wissen sie scheinbar auch nicht. FFF setzt voll auf erneuerbare („grüne“) Energien, dass diese wahrscheinlich nie den Energiebedarf decken werden wird gekonnt ignoriert.  Interessanterweise brachte Thunberg einst Atomkraft ins Spiel, eine Option die untersucht werden müsste. Nachdem sie aber massiv von ihrer Anhängerschafft kritisiert wurde und ihr „Atomlobbyismus“ zugeschrieben wurde änderte sie ihre Aussage.

Und genau hier liegt das Problem bei FFF: Die „Organisation“ ist längst nichtmehr ein „Klimaschutzverein“, es scheint als wäre insbesondere Kritik an Wirtschaft und dem Kapitalismus nun das wichtigste Thema. Hervorzuheben ist hier Luisa Neubauer. Neubauer zählt zu einer der Schlüsselfiguren der deutschen FFF Aktionen. Sie selbst ist eine unfassbar eloquente und gebildete junge Frau, welche man für ihr Engagement durchaus respektieren sollte, dennoch vertritt sie vermehrt fragwürdige Aussagen. Besonders ihr Verständnis von Wirtschaft scheint ein falsches zu sein. Redet sie oft von „Großkonzernen“ und Lobbyismus vergisst sie nebenbei, dass die Wirtschaft essenziell ist um diese Gesellschaft am Laufen zu halten. Forderung von immer höheren Abgaben und das Erzwingen von Unternehmensentscheidungen, sind da keine Seltenheit. In einem Land wie Deutschland, wo es wegen massiver Abgaben an den Staat für Unternehmen immer schwieriger wird Arbeitnehmer zu halten, ist das eine völlig falsche Einstellung und führt im Endeffekt dazu, dass genau diese Gruppe leidet. Das Ziel sollte sein die Welt aufzuklären und im Endeffekt den Konsumenten davon zu überzeugen sein Verhalten zu ändern, die Unternehmen werden automatisch folgen.

Warum ich mir da so sicher bin? Dank FFF boomt das Interesse an umweltfreundlichen Produkten, emmissionsfreie Antriebe erleben eine Renaissance und der Elektrofahrzeugkonzern Tesla ist mittlerweile der wertvollste Automobilkonzern der Welt. FFF hat viel Gutes erreicht und für ein Umdenken gesorgt, dass der Prozess der Änderungen aber langsam vorangeht, ist bedauerlich. Aber dieser Prozess muss sich halt entwickeln. Es ist ein hartes Abwägen zwischen Interessen der Wirtschaft, die im Endeffekt eine Zivilisation am leben hält, und Interessen für den Klimaschutz. 

Die Wirtschaft und die Menschen die in ihr mitwirken sind wesentlich effizienter dieses „Abwägen“ durchzuführen als es ein Staat je sein könnte. Ändert man das Denken der „Konzerne“ und der Menschen in jenen, wird der Kampf gegen den Klimawandel wesentlich einfacher sein. Denn die Privilegien des modernen Lebens wie das unbeschwerte Reisen mit dem Flugzeug oder die Fahrt mit dem privaten PKW wird sich die Gesellschaft nicht sanktionieren lassen. Das diese Privilegien verändert werden und umweltfreundlicher gestaltet werden jedoch schon. Hersteller arbeiten heute schon daran mit neuer Technologie dies zu ermöglichen, dass das nicht von heute auf morgen passiert ist logisch.

Schlussendlich dürfen wir nicht zulassen, dass wir Fortschritt zurückstellen um „effizient“ gegen diese Krise anzukämpfen. Wir müssen den Fortschritt nutzen um diese Krise zu bewältigen. Denn was FFF scheinbar immer öfters vergisst: Der Kampf gegen den Klimawandel ist ein Kampf der mit der Gesellschaft geführt wird und nicht gegen die Gesellschaft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.